Magie und Macht – Neue Ausstellung im Marta-Museum

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Unter dem Titel „Magie und Macht – Fliegende Teppiche und Drohnen“ gibt es im Marta-Museum Herford eine neue Ausstellung, die ein bedrückendes Thema unserer Zeit behandelt. Die fliegenden Teppiche haben natürlich mit dem Orient zu tun, in welchem die Drohnen besonders viel Unheil anrichten. Dabei sind Drohnen zunächst einmal eine äußerst nützliche Erfindung, mit der sich viel Gutes tun ließe. Aber die Perversität des Herrschaftsdenkens macht gleich wieder Waffen daraus.
Die Ausstellung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Immerhin wurden arabische Künstler gebeten, Beiträge zu liefern. Aber auch wenn einige das Thema Zerstörung behandeln, ist das gesamte Umfeld eigentlich zu sauber und ästhetisch, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Unter die Haut gehen allerdings einige Videoarbeiten. Ich habe, schon zu Informationszwecken, eine Darstellung der Drohnentypen fotografiert, die auf einen silbrigen Untergrund gedruckt ist. Das führt dazu, dass ein Umriss des Betrachters und der Umgebung immer mit zu sehen ist. Zum Lachen reizt auch eine Darstellung, auf der eine hässliche Spinne äußert: „Wir fliegen jetzt zum Mars.“

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Beinahe noch beeindruckender als die Hauptausstellung ist eine zweite im Obergeschoss mit dem Thema „Ästhetik der Gewalt“. Dort finden sich die unterschiedlichsten Verhältnisse dokumentiert: ein Blick in den Innenhof des Herforder Jugendknastes; das Foto einer US-amerikanischen Frau, die stolz mit ihrem Gewehr posiert; aber auch die indigene Gemeinschaft, die aus Materialien der Müllkippe Musikinstrumente herstellt und darauf klassische Musik spielt.

Magie und Macht – Von fliegenden Teppichen und Drohnen. Noch bis zum 5. Juni 2016
Brutal schön. Gewalt und Gegenwartsdesign. Noch bis zum 1. Mai 2016.

Schlüsseldienste in Herford beraten zum Thema Einbruchschutz

In den letzten Wochen haben sich Einbrüche in der Innenstadt in Herford gehäuft. Zur Winterzeit ist das zwar nicht unüblich, jedoch Fallen in diesem Jahr die Zahlen außerordentlich hoch aus. Bisher waren alle Aufklärungsversuche vergeblich. Nun schlagen die Bürger Alarm und fordern eine Bürgerwacht.

In Elverdissen ist innerhalb weniger Wochen dreimal eingebrochen worden. Die Anwohner machen sich Sorgen und fordern eine Bürgerwacht. Diese oder eine private Sicherheitsfirma soll die Überwachung des Stadtteils mit 4200 Einwohnern sicherstellen. Beide Vorschläge konnten keinen Anklang finden. Die Anwohner kümmern sich jetzt selbst um die Sicherheit ihrer Häuser.

Die Beratungsstelle der Kriminalpolizei informiert die Bürger über die Einbruchssicherung. Der Schlüsseldienst Herford Dittmar bietet kostenlose Beratungen in Privathaushalten an.

 

Schlüsseldienst Herford

 

Sicherheitstechnik

Insbesondere Zugänge, wie Türen und Fenster, müssen sehr gut ausgerüstet sein. Dabei helfen mechanische Sicherungen. Häufig lohnt es sich veraltete Schließzylinder zu wechseln. Der Schlüsseldienst Herford Dittmar bietet hochwertige Fenster- und Türsicherungen, als auch Quer- und Panzerriegel an. In dunklen Ecken des Grundstücks empfiehlt es sich Bewegungsmelder zur Lichtauslösung anzubringen. Das hilft Einbrecher zu verschrecken. Zusätzlich trägt eine Alarmanlage zur Sicherheit bei.

Lassen Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit beraten, damit Sie nachts wieder ruhig schlafen können. Die Beratung bei Ihnen vor Ort ist kostenfrei.

Schlüsseldienst Herford Dittmar

Türöffnung, Einbruchschutz, Sicherheitstechnik

 

Das Vogelnest

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Der Gingko-Baum an der Einmündung der Bäckerstraße steht in der Diskussion: Stört er die Neugestaltung der Straße und sollte deshalb gefällt werden? Der Winter offenbart, dass der Baum jedenfalls eine ökologische Funktion erfüllt: Man erkennt in seinen Zweigen ein Vogelnest, das bis zum Herbst vom Laub verdeckt war. Ein Argument für die Erhaltung des Baumes.

Wohnen am Strom

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Ein großes Plakat am Bergertor stellt seit einiger Zeit die in Planung befindlichen Neubauten vor. So übermäßig schön sehen sie nicht aus, und man stellt wieder fest, dass man aus solch einem Plakat kaum etwas über den späteren Gesamteindruck sagen kann. Auffällig an diesem Plakat ist aber, dass vorne gar kein Ufer gemalt ist, so dass man den Eindruck hat, Herford liege an einem großen Strom. Man freut sich ja, dass der Fluss durch das Stauwehr breiter ist, als er ohne das Wehr wäre. Mehr Wasser sieht einfach schöner aus, und wir können nur hoffen, dass das so bleibt und dass die Werre nicht durch eine Mauer verschandelt oder durch den Abriss des Wehrs zu einem unscheinbaren Rinsal wird.

Regen

Es ist erstaunlich, welch andere Perspektive ich auf das Wetter habe, seit ich mich um einen Garten kümmere. Wo andere über den Regen stöhnen, begrüße ich ihn, weil er mir die Arbeit abnimmt, den Garten zu bewässern. Ich werde viel aufmerksamer auf das Wetter, und nicht in dieser oberflächlichen, städtischen Weise, in der das Wetter nur ein Anlass zum Smalltalk ist. Natürlich, was in den letzten Tagen abläuft, ist schon etwas zu viel des Guten, eine Sintflut, die nicht nur meine Balkonpflanzen überspült, sondern möglicherweise auch die Aufnahmefähigkeit des Bodens überfordert. Tage, an denen man besser überhaupt nicht aus dem Haus geht – wohl dem, der gut eingekauft hat! Oder dessen Tomaten bereits auf dem Balkon reifen.

Herforder Festival

Stände vor dem Alten Güterbahnhof

Stände vor dem Alten Güterbahnhof

Über die Pfingsttage 2014 fand in den Hallen des Alten Güterbahnhofs eine türkische Verkaufsmesse statt, genannt „Herforder Festival“. Zahlreiche türkische Unternehmen stellten sich vor. Natürlich gab es auch Stände, an denen für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Die Kinder werden die Veranstaltung besonders geschätzt haben, für sie gab es eine Hüpfburg des DRK als Riesenrutsche und zwei Spaßmacher auf der Bühne. Geheimnisvoll kündigte das Programm am Sonntag „Martial Arts“ an, das waren drei junge Männer, die die Selbstverteidigungstechnik Wing Tsung vorstellten. Am Pfingstmontag gab es die „Mehter Show“, eine Vorführung der Militärmusikappelle des osmanischen Reiches.

Ausstellung im Innern der Halle

Ausstellung im Innern der Halle

Kinderbelustigung

Kinderbelustigung

Wing Tsung-Präsentation

Wing Tsung-Präsentation

 

 

Bollerwagen

Und wieder einmal zogen die Väter am Himmelfahrtstag durch die Lande, mit ihren Bollerwagen im Schlepptau, auf denen der Biervorrat gebunkert war. Auch ganz junge waren darunter, und ich sprach sie an: „Ihr seid doch noch gar keine Väter, wie könnt ihr denn Vatertag feiern?“ Darauf schlagfertig einer von der Gruppe: „Man weiß ja nie…!“
Aber zurück zu den Bollerwagen. Ich frage mich, wo die eigentlich das ganze Jahr über stehen, man sieht sie doch sonst überhaupt nicht. Viele werden sicher von Kindern genutzt, die immer gerne etwas hinter sich her ziehen. Aber bevor der Bollerwagen (der inzwischen ja gar nicht mehr bollert, sondern eine feine Gummiauflage auf den Rädern hat) im Keller verrottet, wäre es doch vielleicht zu überlegen, ihn für den Einkauf einzusetzen: mit Bollerwagen zum Supermarkt statt mit dem Auto!

Von oben

Von oben
Die Bündnisgrünen haben sich zur Europawahl 2014 ein Plakat ausgedacht, das mich doch sehr zum Nachdenken gebracht hat. Da sind drei Personen, die lächeln dich freundlich an. Aber wie stehen sie denn da? Sie schauen sehr von oben. Sie schauen auf jemanden herab, der auf dem Boden von unten zu ihnen hinaufschaut. Aber in welcher Lage tut man das denn normalerweise? Wenn man gestürzt ist, zum Beispiel. Oder gar, wenn man zusammengeschlagen wurde. Oder wenn man im Alkoholrausch zu Boden gesunken ist, weil einen die Beine einfach nicht mehr tragen können. Ist das nun ein sehr angenehmes Gefühl, von anderen in einer solchen Lage angeblickt zu werden? Verstehen sich die Grünen vielleicht als Hilfe in der Not? Haben sie allein die Rezepte zur Heilung aller Miseren dieser Welt? Egal, in dieser Weise von oben angeblickt zu werden, beschämt. Aber ist wohl Scham dasjenige, was die Grünen mit ihren Wahlplakaten erreichen wollen? Wollten sie uns vielleicht noch etwas anderes sagen? Ich weiß es jedenfalls nicht.

Ein vermeidbares Unglück

Wer über die jetzt endlich fertige Wiesestraße geht oder fährt, kann an einem Baum eine Beschädigung entdecken, die offenbar von einer großen Baumaschine herrührt. Beinahe zwei Jahre lang waren die Bäume während der Bauarbeiten durch Holzlatten geschützt; aber nachdem diese entfernt worden waren, hat man doch weiter mit großen Maschinen gearbeitet. Eine davon muss gegen den Baum gefahren sein.

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Die beschädigte Rinde ist nicht ganz abgefallen und hätte sofort nach dem Unfall wieder befestigt werden können. Mit einem Verband wie bei einem Menschen. Aber offenbar ist der Unfall nicht gemeldet worden, jedenfalls nicht an die richtigen Stellen. Inzwischen dürfte für eine pflanzenärztliche Behandlung zu spät sein, und der Baum muss selbst sehen, wie er mit der Verletzung klarkommt. Nur wenige Schritte weiter steht ein anderer Baum, der schon vor längerer Zeit einmal ähnliches erlitten hat. Die Spuren sind verwachsen, aber jeder Laie sieht, dass das Regenwasser jetzt leicht in den Baum eindringen und ihn schädigen kann. Eine sofortige Behandlung wäre auch hier das Ideale gewesen. Nur: wissen Bauarbeiter so etwas? Gehört das Wissen darüber zu ihrer Ausbildung? Sagt man ihnen, dass eine Beschädigung von Bäumen geheilt werden kann, wenn sofort ein Pflanzenarzt tätig wird? Oder heißt es bei ihnen wie bei jedem Unfallverursacher: Bloß weg hier und alles vergessen?

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Leider habe ich die Beschädigung erst am 24. 12. 13 bemerkt. In der Stadtverwaltung wird bis zum 6. 1. 14 niemand mehr zu erreichen sein, den man fragen könnte.

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Neue Graffiti am Bergertor

Gegenwärtig führt Herford einen Krieg gegen Graffiti. Dazu hat man die Oberfläche von Betonwänden an Unterführungen mit einem Lack versehen, auf dem angeblich alles, was gesprüht oder gemalt wird, leicht wieder entfernt werden kann. Meistens bleibt dann aber doch ein unscharfes Geschmiere übrig, dem die Bezeichnung „Schmiererei“ wirklich zukommt.

Es ist seltsam, mit welcher Aggressivität die Öffentlichkeit auf Graffiti reagiert: da wird eine Kunstform, die oftmals Preise verdient hätte, als „Schmiererei“ abgetan. Da heißt es, Graffiti seien nichts als der Ausdruck eines narzisstischen Geltungsbedüfnisses, und schon deshalb müsse man sie sofort wieder entfernen. In Wirklichkeit steckt etwas anderes dahinter: Graffiti widersprechen der Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes. Mit Reklameplakaten lassen wir uns ständig unser Gesichtsfeld zumüllen – aber die paar Tags beleidigen uns?

Ja, Graffiti sind vielleicht nicht wirklich „schön“. Sie markieren (und beseelen) im Allgemeinen große Flächen aus Beton, die nur aus technischen Gründen existieren und die ganze Trostlosigkeit unserer Technik offenbaren. Graffiti wirken stark, wild, auch aggressiv und sind damit Ausdruck einer in unserer Gesellschaft unterdrückten Kraft. Aber, Hand aufs Herz: Ist es nicht immer noch besser, junge Männer (Frauen machen das wohl eher nicht) geben ihren überschüssigen Energien auf diese Weise Ausdruck als auf eine andere?

Klar, auch bei Graffiti gibt es Qualitätsunterschiede. Und es gibt Grenzen. Privathäuser gehören zum Beispiel dazu, Kirchen oder auch Mauern, die, wie etwa solche aus Natursteinen, von ihrer gegebenen Struktur her fürs Besprühen nicht geeignet sind.

Bevor wieder die Saubermänner kommen und die schönen neuen Graffiti am Bergertor wieder entfernen, will ich sie hier dokumentieren.

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Der Herforder Bürgerbrunch – eine Stärkung des Gemeinschaftssinns?

In Herford gab es, organisiert von der Herforder Bürgestiftung, ein Frühstück auf dem Münsterkirchplatz. Für 80 Euro konnte man einen Tisch mieten, für 8 Personen etwa, und mit seinen Nachbarn und Freunden im Angesicht der ganzen Stadt frühstücken. Das Gedeck kostete noch extra, je nach Geschmack. „Wer … am Münsterkirchplatz vorbeikam, hatte sicher das Gefühl, etwas Besonderes verpasst zu haben.“ hieß es im Herforder Kreisblatt, und: „Das Frühstück im Freien stärkt den Gemeinschaftssinn“ Vielleicht den Gemeinschaftssinn mit denen, die immer schon was zusammen machen, vor allem aber mit denen, die genug Geld haben, um einen Tisch zu mieten und auch Geld für das, was drauf stehen soll. Hieß es nicht, vom Erlös sollte für die Herforder Tafeln  oder den Mittagstisch gespendet werden? Na super. Warum habt ihr nicht die Leute, die zur Tafel  oder zum Mittagstisch gehen, dazu geladen? Wenn ihr das nicht macht, kauft ihr euch nur frei von der Gemeinschaft mit denen, die eurer Meinung nach sowieso nicht dazu gehören.

Das Wahlplakat

Ein ungewöhnliches Wahlplakat hing bis vor wenigen Tagen am Berger Tor. „PWP – Pinocchio wird Präsident“: eine schöne Satire auf die Lügen der offiziellen Politik. Leider war es nach kurzer Zeit verschwunden. Aber es gibt ja den Herford-Blog!Wahlplakat

Die Tempoanzeige

Auf der Wittekindstraße gibt es schon seit Längerem eine Tempoanzeige für Autofahrer (die übrigens auch Radfahrer ins Visier nimmt). An dieser Stelle gilt, vom Bahnhof kommend, Tempo 40 wegen der unübersichtlichen Steigung. Nun ist eine solche Anzeige eigentlich sehr sympathisch: sie gibt eine Orientierung, ohne gleich mit Strafen zu drohen. Die Herforder Anlage hat allerdings einen Nachteil: sie schönt das Ergebnis, zeigt also 4 oder 5 km/h Geschwindigkeit weniger an, als der oder die Betreffende wirklich fährt. Das bedeutet also, man kann aufdrehen, und schon ist der Sinn und Zweck der Übung verfehlt.

Neulich hat mir ein Autofahrer verraten, was offenbar schon auch in den bekannten Autofahrerzeitschriften steht: die normalen Tachos eines Autos seien absichtlich etwas zu hoch eingestellt. Das scheint nicht etwa der Absicht entsprungen, die Autofahrer zum Langsamfahren zu veranlassen, sondern hat technische und Sicherheitsgründe: ein Tacho darf niemals eine geringere Geschwindigkeit angeben, als man fährt. Aber wenn der Tacho höher eingestellt ist als die wirkliche Geschwindigkeit, ist das Ergebnis voraussehbar: Es spricht sich herum, und die Menschen werden grundsätzlich schneller fahren, als auf dem Tacho angegeben. Sicherlich ist das nicht der Grund, dass ich immer wieder Wagen mit 70 und mehr Sachen über die Herforder Straßen brausen sehe (besonders die Mindener Straße entlang, DIE Herforder Rennstrecke!),  aber es wird doch generell dazu führen, dass man sich auf den Tacho im eigenen Auto nicht mehr verlässt.

Wäre also die Tempoanzeige in der Wittekindstraße richtig eingestellt, bloß alle Tachos wären falsch? Meine Bitte an die Herforder Behörden und ans Straßenverkehrsamt daher: Tut etwas! Stellt sicher, dass die Tempoanzeige richtig geht und publiziert es. Und prüft die Tachos der Autos, haut den Autofirmen auf die Finger, die sie manipulieren! 50 km/h muss 50 km/h bleiben und basta!

Hansetage – Hoekerfest 21013

Herford empfängt internationales Publikum. Dafür wird die Stadt mit Bier- und Fressständen zugestellt, Bühnen werden aufgebaut. Die Gäste aus dem Norden und dem Baltikum werden also Herford völlig anders erleben, als es sich sonst präsentiert. Besonders krass: der riesige Regenschutz, der rund um den Brunnen am Neuen Markt aufgebaut wird. Der schönste Platz Herfords wird auf diese Weise völlig unkenntlich: Der Brunnen wird zum Mittelpunkt eines Bierausschanks, wird selbst aber kaum mehr zu sehen sein. Kommerz über alles. Ich bin froh, dass ich in den nächsten Tagen nicht in Herford sein muss…!

Die Farbe Rot

Die Farbe Rot markiert auf Herfords Straßen im Allgemeinen die Fahrradwege. Ob das schön ist, ob das nicht ziemlich bald verblasst oder auch ein schmutziges Braunrot wird, ob nicht ziemlich bald an der Straße etwas gebaut wird und die roten Steine nachher irgendwo eingefügt werden, nur nicht dahin, wo sie vorher waren, das sind Fragen, die sich stellen. Aber irgendwann wurde wohl in Herford beschlossen, dass Rot die Fahrradwege markieren soll. Da gibt es allerdings eine seltsame Ausnahme, nämlich in der Frühherrenstraße. Wer dort mit dem Fahrrad auf dem roten Streifen hineinfährt, fühlt sich ziemlich bald falsch, nämlich auf dem Fußweg, der direkt zum Parkscheinautomaten führt. Weiter geht auf dem Parkplatz, zu dem das Areal zwischen Berliner Straße und Lübberstraße umgestaltet wurde, die rote Markierung durch die überdachten Einfahrten, in denen ich als Radfahrer mich gar nicht mehr willkommen fühle – danach allerdings wieder auf den „richtigen“ roten Fahrradweg.

Jeder Auswärtige wird mir sagen: Du beschäftigst dich mit völlig irrelevanten Themen, wen interessiert diese winzige Inkonsequenz in einem hässlichen Areal, das eigentlich Privatgelände ist? Ja, mein lieber Auswärtiger, du kannst ja nicht wissen, wie viel Liebe und Planungseifer auf dieses Gelände schon verschwendet wurde, als seinerzeit die Lokale Agenda eine neue Bebauung der Frühherrenstraße mit eingelagerten Fachwerkhäusern plante. Der Zweck war, das historische Sträßchen wieder zu rekonstruieren und, ganz nebenbei, das am Eingang dieser Straße gelegene historische „Frühherrenhaus“ nicht so an einer hässlichen Brache stehen zu lassen. Was geschah? Die Pläne der Lokalen Agenda wurden abgeschmettert, aber das ungeregelte Parken auf dem Gelände war doch den Ordnungsliebenden in der Stadt eine Planung wert. Also wurde das historische Pflaster der Frühherrenstraße herausgerissen und damit das letzte Anzeichen, dass hier mal eine richtige Straße war, vernichtet; seitdem muss sich jeder Auswärtige wundern, dass diese hässliche Einfahrt überhaupt einen Namen hat. Und im Zuge der Neugestaltung der Pflasterung wurden eben jene irreführenden roten Verbundsteine eingesetzt, die mir heute Kopfzerbrechen bereiten.

 

Sozialpass – weiterhin gestrichen!

Wie aus gut unterrichteten Kreisen des Rathauses verlautet, war das Gerücht von einer Neuauflage des Sozialpasses unter dem Namen „Hansepass“ nicht zutreffend. Besonders die Stadtwerke, die bei Ermäßigungen für die Schwimmbäder draufzahlen müssten, haben sich quergestellt. Bei Kultureinrichtungen dagegen wird für Sozialhilfe-Betroffene weiterhin Ermäßigung gewährt, es empfiehlt sich also, den aktuellen Bescheid, und sei es in Kopie, immer dabei zu haben, wenn man an Kultur in Herford interessiert ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Informationspolitik der Stadt. Die Verwaltung hätte sich eine Pressemitteilung zum Thema gewünscht, damit nicht alle möglichen Leute nach einem neuen Sozialpass fragen und frustriert wieder abziehen müssen. Aber so etwas wie die Abschaffung des Sozialpasses macht ja keinen guten Eindruck, also unterblieb jede Information.

Die Frage nach dem Sozialpass könnte ein Thema bei der nächsten Bürgermeisterwahl sein. Der SPD-Kandidat war bisher Sozialdezernent in Bielefeld – mal sehen, wie sozial er sich in Herford verhält.

 

Das Örtliche

Neulich ist wieder das Örtliche erschienen. Es ist gut, dass Telefonbücher noch kostenlos abgegeben werden, eine Zeitlang nach Beginn der Privatisierung des Telefonwesens hatte man ja den Eindruck, man müsse drum betteln. Aber inzwischen macht sich eine Unsitte breit: Die Vermischung der alphabetischen Ordnung der Telefonteilnehmer mit den bezahlten Anzeigen. Das war schon früher lästig, gerade beim Buchstaben K, weil dort, in der Mitte des Ganzen, die Kirchen sich breit machten. Bei G wie Gaststätten war es ähnlich, während man bei R wie Restaurants in die Röhre guckte oder allenfalls auf G wie Gaststätten verwiesen wurde. Inzwischen findet man Einträge unter A wie Ärzte, Altenheime, Apotheken, Autohäuser und denkt, gehört das nicht in die Gelben Seiten?… aber die Mitte des Verzeichnisses ist noch in anderer Weise aufgeschwemmt. Dort gibt es einen eigenen „Branchenratgeber von A-Z“, in dem sich u. a. wiederum Altenheime, Apotheken und Autohäuser finden – Ärzte gegen das Alphabet noch vor den Abbrucharbeiten (damit man beide nicht verwechselt, vermutlich), mit einem Hinweis auf die „Ärztetafel“ im „richtigen“ Alphabet. Kurz, es ist alles zu unserer Information getan, so dass wir daran geradezu ersticken.

 

Baut den kleinen Pavillon am Werreufer wieder auf!

Pavillon am Bergertor, Herford

Foto: Wolfgang Maletzky

Über Jahre hinaus habe ich dieses nette kleine Gebäude genossen. Wenn man vom Wall her mit dem Rad oder zu Fuß auf die Werre zuging, sah man schon von weitem, durch die Bäume hindurch, die Fontäne. Und dahinter stand gleich am gegenüber liegenden Ufer der kleine Pavillon. Es scheint, dass dieses Gebäude von der alten Badeanstalt übrig gebelieben ist. Schon aus diesem Grunde hätte man es nicht abreißen dürfen. Gelegentlich wohnte jemand dort drin. Wahrscheinlich war es sonst verlassen und es gab keinen Strom. Aber ich dachte: Schön, dass der Pavillon noch zu etwas dient. Noch als das Wirtshaus abgerissen wurde, das hinter dem Pavillon den Blick auf die Salzufler Straße verdeckte, habe ich mir gedacht: Es kann doch nicht sein, dass sie den Pavillon mit abreißen. Und doch. Eines Tages war es so weit. Und niemand hat sich darüber aufgeregt. Jetzt ist dort eine Brache, und man schaut über die Fontaine gleich auf den Häuserblock mit der Uhr dran, die nach langer Zeit wenigstens wider richtig geht. Das Gelände wird jetzt wieder heftig diskutiert. Schafft Herford es, dort eine Wasserkraftanlage zu errichten? Oder geht das ganze Gelände doch endlich an einen „Investor“, der für eigenen Profit dort bauen will? Wie wäre es, das Gelände statt dessen interessierten Bürgern zwecks Gartenbau zu überlassen und den Pavillon zum Feiern und zum Unterstellen der Gartengeräte zu haben? Jeder Investor sollte zur Bedingung bekommen, den kleinen Pavillon wieder aufzubauen. Auch wenn man Wohnungen oder sonstwas zur Salzufler Straße hin baute, könnte man den Pavillon mit einbeziehen und ihm einen Zweck verleihen. In Berlin können sie das Schloss wieder aufbauen, warum in Herford nicht einen schönen kleinen Pavillon?

 

Pavillon am Berger Tor

Foto: Wolfgang Maletzky

Das Straßenpflaster

In Herford sind verschiedene Plätze mit traditionellem Steinpflaster versehen. Das sieht gemütlicher und so richtig alt aus, hat man wohl gedacht, unabhängig von der Frage, ob Rollstuhlfahrer, Rollbrettfahrer oder gar Frauen in Stöckelschuhen sich darauf wohl gut bewegen können. Es gibt zwei Sorten von Steinen für die Belegung solcher Plätze, das gute alte Kopfsteinpflaster, normalerweise schwarzer Basalt, und eine Belegung mit kleineren Steinen, die vielleicht auch einen eigenen Namen haben, aber ich weiß den nicht. Diese kleinen Steine sind im Prinzip annähernd würfelförmig, aber seit längerem möchte man sparen: man nimmt nicht mehr den ganzen Stein, sondern schneidet ihn in mehrere kleine Platten, die in Flüssigbeton eingelegt werden. Ja, vielleicht ist das sparsamer, aber es  hält auch nicht so lange. Und so häufen sich auf dem Neuen Markt und vor der Marienkirche auf dem Stiftberg die Stellen, an denen die Steinplättchen zerbrochen sind und den Betrug offenbaren.

Menschenkette um das Atomkraftwerk Grohnde in Herford

Am 9. 3. 13 beteiligten sich etwa 2000 Personen in Herford an einer Menschenkette um das Atomkraftwerk Grohnde. Als großen Erfolg werteten Teilnehmer und Organisatoren diese örtliche Demonstration aus Anlass des 2. Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima. Ein Ziel der Menschenkette war es, darauf aufmerksam zu machen, dass die Behörden kein Konzept haben, um die Flucht der Bevölkerung zu organisieren, wenn sich in Grohnde ein ähnliches Unglück ereignen würde wie in Fukushima. Im Vorfeld waren daher per Mail fiktive Daten über einen Riss und über eine Kernschmelze in Grohnde verbreitet worden, was dann doch recht gruselig anmutete. Teilnehmer der Menschenkette, die am Sender auf dem Eggeberg eine Station mit Verpflegung und Tee aufgebaut hatten, berichteten, dass einige Autofahrer glaubten, es handele sich um eine wirkliche Havarie in Grohnde.

Bei der Nachbesprechung und Auswertung der Organisation wurde schnell klar, dass eine so große Beteiligung vieler Menschen nur ausnahmsweise zu erreichen ist. Um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Gefahren der Atomenergie aufrecht zu erhalten, wurden als nächste Gelegenheit Infostände bei den Maikundgebungen angeregt.

Fotos unter http://www.flickr.com/photos/92786435@N03/

Link: www.grohnde-kampagne.de

Die Wellblech-Ästhetik

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die Pavillons am Bahnhof renoviert und bekamen eine Verkleidung mit roten Ziegelsteinen. Das sah nett aus, aber dann verabschiedeten sich gleich mehrere Läden, die in diesen Pavillons beheimatet waren. Nun muss offenbar alles wieder umdekoriert werden: Ausgehend vom McDonald’s-Restaurant, das es erreicht hat, von der Verpflichtung, ein Klo einzurichten, befreit zu werden, werden die Fassaden und Dächer nun mit silbernem Wellblech verkleidet.

Man kann nicht sagen, dass das schlecht aussieht, jedenfalls nicht, wenn es neu ist. Trotzdem muss man sich doch seine Gedanken machen, denn die Wellblech-Ästhetik scheint sich in Herford auszubreiten. Eines der ersten Gebäude war das der Praxis-Klinik an der Hansastraße; oder war das Wohnhaus an der Johannisstraße mit der Einfahrt in die Gertrudisstraße noch vorher? Bei Wellblech denke ich an Dritte Welt, z. B. an den Roman „Afrikanische Tragödie“ von Doris Lessing, wo jemand Wellblech auf seine Hütte setzt, weil das das Billigste ist, aber vor Hitze beinahe umkommt. Es ist zu hoffen, dass diese Ästhetik in Herford eher die Ausnahme bleibt.

Klavierabend in der Hochschule für Kirchenmusik

Vier junge Damen konzertierten am 18. 2. 13 in der Hochschule für Kirchenmusik. Das Konzert zeigte ein hohes Niveau der Studentinnen, von denen drei aus Russland stammen, eine aus Korea.

Nataliya Mikhaltsova brillierte mit der Etüde Nr. 10 in f-moll aus den „Etudes d’exécution transcendante“. Ganz ohne falsche Töne ging es nicht ab, aber das fällt bei so viel Musikalität und Können nicht mehr ins Gewicht. Auf ihrem Examensprogramm standen außerdem der 1. Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 2 von Sergej Rachmaninow, bei dem Anja David den Part des Orchesters übernahm, und ein Satz aus der Sonate Nr. 62 Es-Dur von Joseph Haydn. Die Romantik, Schmelz und Resignation Rachmaninows lagen ihr offensichtlich mehr als das Rokoko: Bei Haydn sprudelten die Sechzehntelläufe und –figuren, aber die Fortestellen gerieten etwas zu plakativ.

Yeo Myung Park stellte das vielleicht ungewöhnlichste Werk des Abends vor: Variationen über ein Thema aus Strawinskys „Sacre du Printemps“ von dem 1937 geborenen Nikolai Kapustin. Es handelt sich um Musik, die Anklänge an Gershwin und den Jazz hat und äußerste Virtuosität verlangt. Die Pianistin war in der Lage, den Spannungsbogen über lange Zeit aufrechtzuerhalten und das Tempo immer noch einmal anzuziehen: Ganz hervorragend!

Ein dämonisches Stück Musik hatte sich Ekaterina Panina vorgenommen: „Teuflische Einflüsterungen“ von Sergej Prokoffieff. Geflüstert wurde aber nur wenig, eher großartig in die Tasten gehauen: ein richtiger, temperamentvoller Prokoffieff, der sich um die traditionelle Satzart nur noch wenig scherte.

Olga Minkina stürmte zusammen mit ihrer Dozentin Anja David durch Schuberts Fantasie „Lebensstürme“ op. 144 in a-moll.  Dieses Werk bietet aber nicht nur dramatisch-leidendes Fortissimo, sondern auch äußerst zarte Melodien, die mit größter Delikatesse vorgetragen wurden. Ihre Fähigkeit, vorklassische Melodielinien zu gestalten, bewies Frau Minkina mit den Sonaten in d-moll und D-Dur von Domenico Scarlatti (nicht Alessandro, wie der Programmzettel irrtümlich schreibt). Besonders großartig aber wurde ihre Darstellung des ersten Satzes von Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, der übrigens auch Frau David mit dem Orchesterpart am zweiten Klavier viel Virtuosität abverlangte. Das Publikum in der übervollen Aula der Hochschule wusste sich nicht zu lassen vor Begeisterung.

Die Stimmen Asiens Richard Claudio und DK Valdez im „Timeless“ Herford am 15. 2. 13

Auf dem Foto wirken sie ja noch geradezu kindlich. Etwas gereift sind sie schon bei ihrem Auftritt im „Timeless“, aber man würde sie noch auf unter zwanzig schätzen. Und sie haben ihre Show gelernt, tanzen und gestikulieren synchron auf der kleinen Bühne, dass es eine Freude ist. DK Waldez wirkt etwas ernster als Richard Claudio, der durchaus etwas von einem Clown hat. Aber gerade der Gegensatz zwischen den beiden zieht an. Die Musik: tanzbar, Pop. Die Gesichter: strahlend, fast schon zu professionell. (Ich hoffe, ihr präsentiert euch nie bei Dieter Bohlen!) Durchaus interessante Begleitung kommt als Playback aus den Lautsprechern. Die Stimmen: manchmal ein wenig zurückhaltend; lag es an der Mikroeinstellung? Und bei den letzten Stücken droht die Intonation zu kippen, da merkt man, dass die Spannung nicht mehr auszuhalten ist. Aber sonst: ein sehr angenehmer Eindruck. Ich wünsche euch alles Gute, Jungs!

Der Wittekindpass: Abgeschafft

Seit Anfang dieses Jahres ist still und heimlich in Herford der Wittekind-Pass abgeschafft worden. Das heißt: Keinerlei Ermäßigung mehr für Menschen mit wenig Geld, wenn sie ins H2O oder ins Freibad wollen, bei Kulturveranstaltungen. Das Marta-Museum gewährte bei Vorlage des Passes freien Eintritt, ebenso die Stiftung Brand. Eine Stunde Schwimmen im H2O kostet normal € 4,50, für jemanden, der den Pass vorzeigte, einen Euro weniger.  Auch die Eisbahn gewährte Rabatt. Besonders erheblich war die Ermäßigung für die Benutzung der Freibäder: bei der Saisonkarte sparte man zwanzig Euro. Weitere Ermäßigungen, die in einem Faltblatt der Stadt aus dem vergangenen Jahr genannt wurden: 50 % Ermäßigung auf die Jahresgebühr der Stadtbücherei, 50 % auf bestimmte Veranstaltungen der Volkshochschule und sogar auf Veranstaltungen des Stadttheaters, nachdem die CDU mit großem Brimborium einen entsprechenden Antrag des Vereins Kulturanker erst abgelehnt hatte.
Alles vorbei, wie gesagt, still und heimlich, und niemand regt sich darüber auf. Keine Nachricht in der Presse, sicherlich kein Ratsbeschluss. Wer ist zuständig, wer hat das verfügt? Ich frage hiermit offiziell an.

Das Treppenhaus

Das Arbeitsamt Herford ist eigentlich ein recht schönes Gebäude. Nur das Treppenhaus ist erstaunlich schmal ausgefallen. Ich hab’s nicht ausgemessen, aber es kommt mir beinahe vor, als wäre es schmaler als das in meinem 4-Parteien-Haus aus den 50-er Jahren. Dabei wäre es leicht möglich gewesen, die Treppen breiter anzulegen, und man könnte sie jetzt immer noch ohne Probleme nachrüsten. So lange bleibt man lieber unten stehen und wartet, wenn einem eine Person oder vielleicht sogar zwei von oben entgegenkommen. Viele nehmen daher sicherlich auch den Aufzug und belasten den Energiehaushalt. Das Treppenhaus sagt dir so etwas wie: Lass, der du eintrittst, jede Hoffnung fahren…!

Das Örtliche

Wer das neue Telefonbuch aufschlägt – „Das Örtliche“ – wird bald erschlagen von Werbeanzeigen. Man fragt sich, wozu es noch die Gelben Seiten gibt. Unter A fand man schon immer Ärzte und Autohäuser, unter G die Gaststätten (eine altertümliche Bezeichnung; wer nach „Restaurant“ sucht, wird noch immer auf „Gaststätten“ verwiesen), inzwischen auch schon „Gärtnereien“, unter R stehen die Rechtsanwälte. Und in der Mitte, beim Buchstaben K, findet sich außerdem noch ein eigenes kleines Branchenverzeichnis, so dass man völlig verwirrt ist und sich totblättert, wenn man das Unglück hat, jemanden zu suchen, der richtig mit dem Buchstaben K anfängt.

Wer bezahlt das eigentlich alles, habe ich mich gefragt. Garantiert können alle Unternehmen, die eine Anzeige schalten, diese von der Steuer absetzen. Diese Anzeigen, die sich uns völlig ungefragt aufdrängen, bezahlen also – wir alle. Klar, „Das Örtliche“ ist kostenlos, ja, ja. Vorbei die Zeiten, als die Post gesetzlich verpflichtet war, dem Menschen ein aktuelles Verzeichnis der Telefonnummern zur Verfügung zu stellen. Wir sollen froh sein, dass wir überhaupt ein Telefonbuch bekommen. Das bisschen Werbung wird man ja noch ertragen können… Aber ich weiß, welche Gesetze man ändern sollte, um die Menschheit wenigstens ein Stück weit von dieser Plage der übertriebenen Werbung zu befreien.

Erika Friedhof

„Erika Friedhof“ kündigt die Lautsprecherstimme im Bus die nächste Station an, ganz als handele es sich um eine Frau mit Vornamen Erika und dem Nachnamen „Friedhof“. Und da sich der Sprecher schon an diese falsche Betonung gewöhnt hat, geht es bei den nächsten Stationen munter weiter: „Mozart Stráße, Beethoven Stráße“…. Auf einer anderen Linie, nämlich der in Richtung Enger, erscheint wieder eine Frau mit seltsamem Familiennamen, nämlich „Anna Straße“. Was passiert da? Hat die Bundesbahn kein Geld, um professionelle Sprecher zu beauftragen? Dann möchte ich mich doch einmal ins Gespräch bringen. Auf jeden Fall sollte klar sein: Ein banaler Klang wie die Ansage von Straßennamen in Bussen kann die Stimmung in einer Stadt enorm beeinflussen. Wie erfreut und gehoben ist man doch durch die Mädchenstimme in den Bielefelder Straßenbahnen, die so einen kindlichen Klang hat und am Ende noch so reizend sagt: „Wir sagen Tschüss und Auf Wiedersehn!“ Diese Stimme stünde auch den Herforder Bussen ganz ausgezeichnet.

Welt-Fernsehtag

… sei heute, verkündet meine Tageszeitung. Die Uno hat ihn eingeführt. Aber nicht einmal Verantwortliche bei der UNO selbst, geschweige denn die Fernsehgesellschaften wissen davon. Mich interessiert’s eigentlich besonders wenig, weil ich gar kein Fernsehen mehr habe. Ich erinnere mich noch, gestern oder vorgestern war Welt-Toilettentag. Ja, wirklich. Auch von der UNO bestimmt. Und morgen soll der internationale Tag der Hausmusik sein. Was das alles soll, weiß kaum jemand. Einen „Tag des Baumes“ gab’s in meiner Kindheit. Ich will mal nachsehen, ob ich den UNO-Kalender herausbekommen kann, auf dem sämtliche Gedenktage verzeichnet sind. Wenn ich den habe, brauche ich mir um meinen täglichen Blog keine Sorgen mehr zu machen, oder?

Die katholische Kirche kennt den Heiligenkalender. Durch das Gedenken an einen Heiligen bekam jeder Tag eine besondere Bedeutung. Wollte die UNO ein weltliches Pendant zu dieser Verehrung schaffen? Es scheint, im Gegensatz zu den religiös begründeten Gedenktagen, doch recht kurzlebig zu sein. Zwischen dem Welt-Aids-Tag und dem Weltspartag klaffen Welten.

Herford mit dem Rollstuhl

Herford mit dem Rollstuhl oder Rollator? Vergiss es! Bewohner der Seniorenwohnungen am Linnenbauerplatz beklagen sich, dass sie mit ihrem Rollator nicht die wenigen Meter bis zum Markt schaffen: zu viel antikes, rumpelndes Kopfsteinpflaster, absurd hohe Bordsteine. Die ganze Gegend zwischen Linnenbauerplatz und Münsterkirche, an der Volkshochschule vorbei, wäre dringend renovierungsbedürftig. Wer dort mit dem Fahrrad fährt, findet zwar ein Hinweisschild als Empfehlung, wo man herfahren soll, aber der Weg ist alles andere als eben. Warum zum Beispiel muss man von der Elisabethstraße in Richtung Linnenbauerplatz einen Bordstein überqueren? Der hat als Markierung einer Einfahrt schon lange keine Funktion mehr, aber ist einfach immer dort geblieben, auch wenn in der Vergangenheit wiederholt dort gebaut wurde und man ihn in solchen Zusammenhängen hätte entfernen können. Aber auch neu gestaltete Straßen, etwa die Hermannstraße oder die Ahmser Straße, sind alles andere als vorbildlich. Dort (und übrigens fast überall in Herford) haben die Planer eine feine Unterscheidung getroffen zwischen Furten für den Fahrradweg (die neigen sich tatsächlich bis auf die Straßenebene) und Einfahren auf Grundstücke. Letztere sind offenbar nur für Autos konzipiert, denn zwischen dem abgerundeten Bordstein und der Straßenebene ist immer noch ein Höhenabstand von ca. 1 cm. Für den Fahrradfahrer lästig, für einen Rollstuhl oder Rollator aber unmöglich.

Ja, wir haben die Bemühungen bemerkt, für Sehbehinderte Markierungen zu schaffen. Wir sehen auch ein, dass Sehbehinderte für eine klare Trennung zwischen Straße und Gehsteig dankbar sind. Aber sollen jetzt Personen im Rollstuhl oder mit Rollator darunter leiden? Die brauchen ebenfalls angemessene Furten zum Überqueren der Straße. Man hat hier an eine bestimmte Gruppe von Behinderten gedacht, aber die Sache für die übrigen erschwert.

Bläserkonzert in Herford-Laar

Samstag, 24.11.2012, 18 Uhr: Bläserkonzert in der Auferstehungskirche Herford-Laar, unter dem Titel: REFORMATION & MUSIK. Das Konzert ist Teil des „Cantart“-Festivals. Es spielt der Posaunenchor des CVJM Herford Laar e. V. unter der Leitung von Andreas Förster. Der Eintritt ist frei, beim Ausgang wird um eine Kollekte gebeten.
Dem Bläserkonzert gingen bereits zwei Abende voraus. Der Chor der Auferstehungskirche Herford-Laar sowie der Jugendchor der „Schlossspatzen“ aus Detmold konzertierten am 4. 11. unter der Leitung von Christiane Schmidt mit einem Vivaldi-Programm. Es erklangen ein Gloria, ein Credo sowie die vor kurzem wieder entdeckte Musik zum Psalm 109, „Dixit dominus“, im Orchester spielten Mitglieder der Nordwestdeutschen Philharmonie. Als Solisten wirkten mit: Horst Nölle mit einem Konzert für Blockflöte und Orchester und Margarete Schlegl mit dem Konzert a-moll von Vivaldi in der Bearbeitung für Orgel von J. S. Bach. Ein vorbereitender Vivaldi-Abend brachte eine musikalisch begleitete Lesung aus dem Roman „Stabat mater“ von Tiziano Scarpa, gelesen von Grit Asperger und gesungen von Christiane Schmidt, die am Klavier von Tatjana Schuster begleitet wurde. „Musik Macht Reformation“ – unter dieser durchaus doppeldeutigen Überschrift stand das Programm des Konzertes. Der Titel wies auch darauf hin, dass der (katholische) Vivaldi großen Einfluss auf J. S. Bach ausgeübt hat, obwohl dieser selbst nie in Italien war. Christiane Schmidt hat mit Vivaldis Musik ein sehr geeignetes Material für ihren Jugendchor der „Schlossspatzen“ gefunden, sind doch diese Stücke ursprünglich für Mädchen in diesem jugendlichen Alter geschrieben worden. Das Waisenhaus in Venedig, in dem Vivaldi zeitweilig die musikalische Leitung innehatte, finanzierte sich mit der Musik, die dort aufgeführt wurde. Die Solopassagen waren denn auch so gestaltet, dass sie für die jungen Solistinnen und Solisten (Isabel Chrostek, Anna Magdalena Stark und Jonathan Dräger) eine gute erste Erfahrung mit dem Soloauftritt darstellten. Den Löwenanteil der Musik bestritten jedoch die Chöre. Vivaldis Klangsprache, die auf den ersten Blick treu dem lateinischen Text folgt, scheut sich gelegentlich jedoch nicht, zur Verdeutlichung der Aussage hohe Lagen und chromatische Gänge heranzuziehen. Das stellte die Chöre vor nicht geringe Herausforderungen, die sie aber gut meisterten. Horst Nölle brillierte mit atemberaubender Technik im Konzert für Sopranblockflöte G-Dur (RV 443) von Antonio Vivaldi. Die Akkordbrechungen, die der Komponist der Flöte abverlangt, sind eigentlich völlig gegen die Möglichkeiten dieses Melodieinstrumentes, aber typisch für eine Zeit, in der die Lust am technischen Experiment groß war. Dafür gaben die Kantilenen des langsamen Satzes der Flöte umso mehr Gelegenheit, ihre Seele zu zeigen. Die zweite Solistin, Margarete Schlegl, nahm als Studentin der Detmelder Musikhochschule die Gelegenheit wahr, öffentliche Konzerterfahrungen zu sammeln.