Herford mit dem Rollstuhl

Herford mit dem Rollstuhl oder Rollator? Vergiss es! Bewohner der Seniorenwohnungen am Linnenbauerplatz beklagen sich, dass sie mit ihrem Rollator nicht die wenigen Meter bis zum Markt schaffen: zu viel antikes, rumpelndes Kopfsteinpflaster, absurd hohe Bordsteine. Die ganze Gegend zwischen Linnenbauerplatz und Münsterkirche, an der Volkshochschule vorbei, wäre dringend renovierungsbedürftig. Wer dort mit dem Fahrrad fährt, findet zwar ein Hinweisschild als Empfehlung, wo man herfahren soll, aber der Weg ist alles andere als eben. Warum zum Beispiel muss man von der Elisabethstraße in Richtung Linnenbauerplatz einen Bordstein überqueren? Der hat als Markierung einer Einfahrt schon lange keine Funktion mehr, aber ist einfach immer dort geblieben, auch wenn in der Vergangenheit wiederholt dort gebaut wurde und man ihn in solchen Zusammenhängen hätte entfernen können. Aber auch neu gestaltete Straßen, etwa die Hermannstraße oder die Ahmser Straße, sind alles andere als vorbildlich. Dort (und übrigens fast überall in Herford) haben die Planer eine feine Unterscheidung getroffen zwischen Furten für den Fahrradweg (die neigen sich tatsächlich bis auf die Straßenebene) und Einfahren auf Grundstücke. Letztere sind offenbar nur für Autos konzipiert, denn zwischen dem abgerundeten Bordstein und der Straßenebene ist immer noch ein Höhenabstand von ca. 1 cm. Für den Fahrradfahrer lästig, für einen Rollstuhl oder Rollator aber unmöglich.

Ja, wir haben die Bemühungen bemerkt, für Sehbehinderte Markierungen zu schaffen. Wir sehen auch ein, dass Sehbehinderte für eine klare Trennung zwischen Straße und Gehsteig dankbar sind. Aber sollen jetzt Personen im Rollstuhl oder mit Rollator darunter leiden? Die brauchen ebenfalls angemessene Furten zum Überqueren der Straße. Man hat hier an eine bestimmte Gruppe von Behinderten gedacht, aber die Sache für die übrigen erschwert.