Archiv für den Monat: Februar 2013

Klavierabend in der Hochschule für Kirchenmusik

Vier junge Damen konzertierten am 18. 2. 13 in der Hochschule für Kirchenmusik. Das Konzert zeigte ein hohes Niveau der Studentinnen, von denen drei aus Russland stammen, eine aus Korea.

Nataliya Mikhaltsova brillierte mit der Etüde Nr. 10 in f-moll aus den „Etudes d’exécution transcendante“. Ganz ohne falsche Töne ging es nicht ab, aber das fällt bei so viel Musikalität und Können nicht mehr ins Gewicht. Auf ihrem Examensprogramm standen außerdem der 1. Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 2 von Sergej Rachmaninow, bei dem Anja David den Part des Orchesters übernahm, und ein Satz aus der Sonate Nr. 62 Es-Dur von Joseph Haydn. Die Romantik, Schmelz und Resignation Rachmaninows lagen ihr offensichtlich mehr als das Rokoko: Bei Haydn sprudelten die Sechzehntelläufe und –figuren, aber die Fortestellen gerieten etwas zu plakativ.

Yeo Myung Park stellte das vielleicht ungewöhnlichste Werk des Abends vor: Variationen über ein Thema aus Strawinskys „Sacre du Printemps“ von dem 1937 geborenen Nikolai Kapustin. Es handelt sich um Musik, die Anklänge an Gershwin und den Jazz hat und äußerste Virtuosität verlangt. Die Pianistin war in der Lage, den Spannungsbogen über lange Zeit aufrechtzuerhalten und das Tempo immer noch einmal anzuziehen: Ganz hervorragend!

Ein dämonisches Stück Musik hatte sich Ekaterina Panina vorgenommen: „Teuflische Einflüsterungen“ von Sergej Prokoffieff. Geflüstert wurde aber nur wenig, eher großartig in die Tasten gehauen: ein richtiger, temperamentvoller Prokoffieff, der sich um die traditionelle Satzart nur noch wenig scherte.

Olga Minkina stürmte zusammen mit ihrer Dozentin Anja David durch Schuberts Fantasie „Lebensstürme“ op. 144 in a-moll.  Dieses Werk bietet aber nicht nur dramatisch-leidendes Fortissimo, sondern auch äußerst zarte Melodien, die mit größter Delikatesse vorgetragen wurden. Ihre Fähigkeit, vorklassische Melodielinien zu gestalten, bewies Frau Minkina mit den Sonaten in d-moll und D-Dur von Domenico Scarlatti (nicht Alessandro, wie der Programmzettel irrtümlich schreibt). Besonders großartig aber wurde ihre Darstellung des ersten Satzes von Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, der übrigens auch Frau David mit dem Orchesterpart am zweiten Klavier viel Virtuosität abverlangte. Das Publikum in der übervollen Aula der Hochschule wusste sich nicht zu lassen vor Begeisterung.

Die Stimmen Asiens Richard Claudio und DK Valdez im „Timeless“ Herford am 15. 2. 13

Auf dem Foto wirken sie ja noch geradezu kindlich. Etwas gereift sind sie schon bei ihrem Auftritt im „Timeless“, aber man würde sie noch auf unter zwanzig schätzen. Und sie haben ihre Show gelernt, tanzen und gestikulieren synchron auf der kleinen Bühne, dass es eine Freude ist. DK Waldez wirkt etwas ernster als Richard Claudio, der durchaus etwas von einem Clown hat. Aber gerade der Gegensatz zwischen den beiden zieht an. Die Musik: tanzbar, Pop. Die Gesichter: strahlend, fast schon zu professionell. (Ich hoffe, ihr präsentiert euch nie bei Dieter Bohlen!) Durchaus interessante Begleitung kommt als Playback aus den Lautsprechern. Die Stimmen: manchmal ein wenig zurückhaltend; lag es an der Mikroeinstellung? Und bei den letzten Stücken droht die Intonation zu kippen, da merkt man, dass die Spannung nicht mehr auszuhalten ist. Aber sonst: ein sehr angenehmer Eindruck. Ich wünsche euch alles Gute, Jungs!

Der Wittekindpass: Abgeschafft

Seit Anfang dieses Jahres ist still und heimlich in Herford der Wittekind-Pass abgeschafft worden. Das heißt: Keinerlei Ermäßigung mehr für Menschen mit wenig Geld, wenn sie ins H2O oder ins Freibad wollen, bei Kulturveranstaltungen. Das Marta-Museum gewährte bei Vorlage des Passes freien Eintritt, ebenso die Stiftung Brand. Eine Stunde Schwimmen im H2O kostet normal € 4,50, für jemanden, der den Pass vorzeigte, einen Euro weniger.  Auch die Eisbahn gewährte Rabatt. Besonders erheblich war die Ermäßigung für die Benutzung der Freibäder: bei der Saisonkarte sparte man zwanzig Euro. Weitere Ermäßigungen, die in einem Faltblatt der Stadt aus dem vergangenen Jahr genannt wurden: 50 % Ermäßigung auf die Jahresgebühr der Stadtbücherei, 50 % auf bestimmte Veranstaltungen der Volkshochschule und sogar auf Veranstaltungen des Stadttheaters, nachdem die CDU mit großem Brimborium einen entsprechenden Antrag des Vereins Kulturanker erst abgelehnt hatte.
Alles vorbei, wie gesagt, still und heimlich, und niemand regt sich darüber auf. Keine Nachricht in der Presse, sicherlich kein Ratsbeschluss. Wer ist zuständig, wer hat das verfügt? Ich frage hiermit offiziell an.