Archiv für den Monat: März 2013

Menschenkette um das Atomkraftwerk Grohnde in Herford

Am 9. 3. 13 beteiligten sich etwa 2000 Personen in Herford an einer Menschenkette um das Atomkraftwerk Grohnde. Als großen Erfolg werteten Teilnehmer und Organisatoren diese örtliche Demonstration aus Anlass des 2. Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima. Ein Ziel der Menschenkette war es, darauf aufmerksam zu machen, dass die Behörden kein Konzept haben, um die Flucht der Bevölkerung zu organisieren, wenn sich in Grohnde ein ähnliches Unglück ereignen würde wie in Fukushima. Im Vorfeld waren daher per Mail fiktive Daten über einen Riss und über eine Kernschmelze in Grohnde verbreitet worden, was dann doch recht gruselig anmutete. Teilnehmer der Menschenkette, die am Sender auf dem Eggeberg eine Station mit Verpflegung und Tee aufgebaut hatten, berichteten, dass einige Autofahrer glaubten, es handele sich um eine wirkliche Havarie in Grohnde.

Bei der Nachbesprechung und Auswertung der Organisation wurde schnell klar, dass eine so große Beteiligung vieler Menschen nur ausnahmsweise zu erreichen ist. Um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Gefahren der Atomenergie aufrecht zu erhalten, wurden als nächste Gelegenheit Infostände bei den Maikundgebungen angeregt.

Fotos unter http://www.flickr.com/photos/92786435@N03/

Link: www.grohnde-kampagne.de

Die Wellblech-Ästhetik

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die Pavillons am Bahnhof renoviert und bekamen eine Verkleidung mit roten Ziegelsteinen. Das sah nett aus, aber dann verabschiedeten sich gleich mehrere Läden, die in diesen Pavillons beheimatet waren. Nun muss offenbar alles wieder umdekoriert werden: Ausgehend vom McDonald’s-Restaurant, das es erreicht hat, von der Verpflichtung, ein Klo einzurichten, befreit zu werden, werden die Fassaden und Dächer nun mit silbernem Wellblech verkleidet.

Man kann nicht sagen, dass das schlecht aussieht, jedenfalls nicht, wenn es neu ist. Trotzdem muss man sich doch seine Gedanken machen, denn die Wellblech-Ästhetik scheint sich in Herford auszubreiten. Eines der ersten Gebäude war das der Praxis-Klinik an der Hansastraße; oder war das Wohnhaus an der Johannisstraße mit der Einfahrt in die Gertrudisstraße noch vorher? Bei Wellblech denke ich an Dritte Welt, z. B. an den Roman „Afrikanische Tragödie“ von Doris Lessing, wo jemand Wellblech auf seine Hütte setzt, weil das das Billigste ist, aber vor Hitze beinahe umkommt. Es ist zu hoffen, dass diese Ästhetik in Herford eher die Ausnahme bleibt.