Archiv für den Monat: April 2013

Sozialpass – weiterhin gestrichen!

Wie aus gut unterrichteten Kreisen des Rathauses verlautet, war das Gerücht von einer Neuauflage des Sozialpasses unter dem Namen „Hansepass“ nicht zutreffend. Besonders die Stadtwerke, die bei Ermäßigungen für die Schwimmbäder draufzahlen müssten, haben sich quergestellt. Bei Kultureinrichtungen dagegen wird für Sozialhilfe-Betroffene weiterhin Ermäßigung gewährt, es empfiehlt sich also, den aktuellen Bescheid, und sei es in Kopie, immer dabei zu haben, wenn man an Kultur in Herford interessiert ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Informationspolitik der Stadt. Die Verwaltung hätte sich eine Pressemitteilung zum Thema gewünscht, damit nicht alle möglichen Leute nach einem neuen Sozialpass fragen und frustriert wieder abziehen müssen. Aber so etwas wie die Abschaffung des Sozialpasses macht ja keinen guten Eindruck, also unterblieb jede Information.

Die Frage nach dem Sozialpass könnte ein Thema bei der nächsten Bürgermeisterwahl sein. Der SPD-Kandidat war bisher Sozialdezernent in Bielefeld – mal sehen, wie sozial er sich in Herford verhält.

 

Das Örtliche

Neulich ist wieder das Örtliche erschienen. Es ist gut, dass Telefonbücher noch kostenlos abgegeben werden, eine Zeitlang nach Beginn der Privatisierung des Telefonwesens hatte man ja den Eindruck, man müsse drum betteln. Aber inzwischen macht sich eine Unsitte breit: Die Vermischung der alphabetischen Ordnung der Telefonteilnehmer mit den bezahlten Anzeigen. Das war schon früher lästig, gerade beim Buchstaben K, weil dort, in der Mitte des Ganzen, die Kirchen sich breit machten. Bei G wie Gaststätten war es ähnlich, während man bei R wie Restaurants in die Röhre guckte oder allenfalls auf G wie Gaststätten verwiesen wurde. Inzwischen findet man Einträge unter A wie Ärzte, Altenheime, Apotheken, Autohäuser und denkt, gehört das nicht in die Gelben Seiten?… aber die Mitte des Verzeichnisses ist noch in anderer Weise aufgeschwemmt. Dort gibt es einen eigenen „Branchenratgeber von A-Z“, in dem sich u. a. wiederum Altenheime, Apotheken und Autohäuser finden – Ärzte gegen das Alphabet noch vor den Abbrucharbeiten (damit man beide nicht verwechselt, vermutlich), mit einem Hinweis auf die „Ärztetafel“ im „richtigen“ Alphabet. Kurz, es ist alles zu unserer Information getan, so dass wir daran geradezu ersticken.

 

Baut den kleinen Pavillon am Werreufer wieder auf!

Pavillon am Bergertor, Herford

Foto: Wolfgang Maletzky

Über Jahre hinaus habe ich dieses nette kleine Gebäude genossen. Wenn man vom Wall her mit dem Rad oder zu Fuß auf die Werre zuging, sah man schon von weitem, durch die Bäume hindurch, die Fontäne. Und dahinter stand gleich am gegenüber liegenden Ufer der kleine Pavillon. Es scheint, dass dieses Gebäude von der alten Badeanstalt übrig gebelieben ist. Schon aus diesem Grunde hätte man es nicht abreißen dürfen. Gelegentlich wohnte jemand dort drin. Wahrscheinlich war es sonst verlassen und es gab keinen Strom. Aber ich dachte: Schön, dass der Pavillon noch zu etwas dient. Noch als das Wirtshaus abgerissen wurde, das hinter dem Pavillon den Blick auf die Salzufler Straße verdeckte, habe ich mir gedacht: Es kann doch nicht sein, dass sie den Pavillon mit abreißen. Und doch. Eines Tages war es so weit. Und niemand hat sich darüber aufgeregt. Jetzt ist dort eine Brache, und man schaut über die Fontaine gleich auf den Häuserblock mit der Uhr dran, die nach langer Zeit wenigstens wider richtig geht. Das Gelände wird jetzt wieder heftig diskutiert. Schafft Herford es, dort eine Wasserkraftanlage zu errichten? Oder geht das ganze Gelände doch endlich an einen „Investor“, der für eigenen Profit dort bauen will? Wie wäre es, das Gelände statt dessen interessierten Bürgern zwecks Gartenbau zu überlassen und den Pavillon zum Feiern und zum Unterstellen der Gartengeräte zu haben? Jeder Investor sollte zur Bedingung bekommen, den kleinen Pavillon wieder aufzubauen. Auch wenn man Wohnungen oder sonstwas zur Salzufler Straße hin baute, könnte man den Pavillon mit einbeziehen und ihm einen Zweck verleihen. In Berlin können sie das Schloss wieder aufbauen, warum in Herford nicht einen schönen kleinen Pavillon?

 

Pavillon am Berger Tor

Foto: Wolfgang Maletzky

Das Straßenpflaster

In Herford sind verschiedene Plätze mit traditionellem Steinpflaster versehen. Das sieht gemütlicher und so richtig alt aus, hat man wohl gedacht, unabhängig von der Frage, ob Rollstuhlfahrer, Rollbrettfahrer oder gar Frauen in Stöckelschuhen sich darauf wohl gut bewegen können. Es gibt zwei Sorten von Steinen für die Belegung solcher Plätze, das gute alte Kopfsteinpflaster, normalerweise schwarzer Basalt, und eine Belegung mit kleineren Steinen, die vielleicht auch einen eigenen Namen haben, aber ich weiß den nicht. Diese kleinen Steine sind im Prinzip annähernd würfelförmig, aber seit längerem möchte man sparen: man nimmt nicht mehr den ganzen Stein, sondern schneidet ihn in mehrere kleine Platten, die in Flüssigbeton eingelegt werden. Ja, vielleicht ist das sparsamer, aber es  hält auch nicht so lange. Und so häufen sich auf dem Neuen Markt und vor der Marienkirche auf dem Stiftberg die Stellen, an denen die Steinplättchen zerbrochen sind und den Betrug offenbaren.