Archiv für den Monat: Dezember 2013

Ein vermeidbares Unglück

Wer über die jetzt endlich fertige Wiesestraße geht oder fährt, kann an einem Baum eine Beschädigung entdecken, die offenbar von einer großen Baumaschine herrührt. Beinahe zwei Jahre lang waren die Bäume während der Bauarbeiten durch Holzlatten geschützt; aber nachdem diese entfernt worden waren, hat man doch weiter mit großen Maschinen gearbeitet. Eine davon muss gegen den Baum gefahren sein.

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Die beschädigte Rinde ist nicht ganz abgefallen und hätte sofort nach dem Unfall wieder befestigt werden können. Mit einem Verband wie bei einem Menschen. Aber offenbar ist der Unfall nicht gemeldet worden, jedenfalls nicht an die richtigen Stellen. Inzwischen dürfte für eine pflanzenärztliche Behandlung zu spät sein, und der Baum muss selbst sehen, wie er mit der Verletzung klarkommt. Nur wenige Schritte weiter steht ein anderer Baum, der schon vor längerer Zeit einmal ähnliches erlitten hat. Die Spuren sind verwachsen, aber jeder Laie sieht, dass das Regenwasser jetzt leicht in den Baum eindringen und ihn schädigen kann. Eine sofortige Behandlung wäre auch hier das Ideale gewesen. Nur: wissen Bauarbeiter so etwas? Gehört das Wissen darüber zu ihrer Ausbildung? Sagt man ihnen, dass eine Beschädigung von Bäumen geheilt werden kann, wenn sofort ein Pflanzenarzt tätig wird? Oder heißt es bei ihnen wie bei jedem Unfallverursacher: Bloß weg hier und alles vergessen?

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Leider habe ich die Beschädigung erst am 24. 12. 13 bemerkt. In der Stadtverwaltung wird bis zum 6. 1. 14 niemand mehr zu erreichen sein, den man fragen könnte.

Neue Graffiti am Bergertor

Gegenwärtig führt Herford einen Krieg gegen Graffiti. Dazu hat man die Oberfläche von Betonwänden an Unterführungen mit einem Lack versehen, auf dem angeblich alles, was gesprüht oder gemalt wird, leicht wieder entfernt werden kann. Meistens bleibt dann aber doch ein unscharfes Geschmiere übrig, dem die Bezeichnung „Schmiererei“ wirklich zukommt.

Es ist seltsam, mit welcher Aggressivität die Öffentlichkeit auf Graffiti reagiert: da wird eine Kunstform, die oftmals Preise verdient hätte, als „Schmiererei“ abgetan. Da heißt es, Graffiti seien nichts als der Ausdruck eines narzisstischen Geltungsbedüfnisses, und schon deshalb müsse man sie sofort wieder entfernen. In Wirklichkeit steckt etwas anderes dahinter: Graffiti widersprechen der Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes. Mit Reklameplakaten lassen wir uns ständig unser Gesichtsfeld zumüllen – aber die paar Tags beleidigen uns?

Ja, Graffiti sind vielleicht nicht wirklich „schön“. Sie markieren (und beseelen) im Allgemeinen große Flächen aus Beton, die nur aus technischen Gründen existieren und die ganze Trostlosigkeit unserer Technik offenbaren. Graffiti wirken stark, wild, auch aggressiv und sind damit Ausdruck einer in unserer Gesellschaft unterdrückten Kraft. Aber, Hand aufs Herz: Ist es nicht immer noch besser, junge Männer (Frauen machen das wohl eher nicht) geben ihren überschüssigen Energien auf diese Weise Ausdruck als auf eine andere?

Klar, auch bei Graffiti gibt es Qualitätsunterschiede. Und es gibt Grenzen. Privathäuser gehören zum Beispiel dazu, Kirchen oder auch Mauern, die, wie etwa solche aus Natursteinen, von ihrer gegebenen Struktur her fürs Besprühen nicht geeignet sind.

Bevor wieder die Saubermänner kommen und die schönen neuen Graffiti am Bergertor wieder entfernen, will ich sie hier dokumentieren.

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