Archiv für den Monat: Mai 2014

Bollerwagen

Und wieder einmal zogen die Väter am Himmelfahrtstag durch die Lande, mit ihren Bollerwagen im Schlepptau, auf denen der Biervorrat gebunkert war. Auch ganz junge waren darunter, und ich sprach sie an: „Ihr seid doch noch gar keine Väter, wie könnt ihr denn Vatertag feiern?“ Darauf schlagfertig einer von der Gruppe: „Man weiß ja nie…!“
Aber zurück zu den Bollerwagen. Ich frage mich, wo die eigentlich das ganze Jahr über stehen, man sieht sie doch sonst überhaupt nicht. Viele werden sicher von Kindern genutzt, die immer gerne etwas hinter sich her ziehen. Aber bevor der Bollerwagen (der inzwischen ja gar nicht mehr bollert, sondern eine feine Gummiauflage auf den Rädern hat) im Keller verrottet, wäre es doch vielleicht zu überlegen, ihn für den Einkauf einzusetzen: mit Bollerwagen zum Supermarkt statt mit dem Auto!

Von oben

Von oben
Die Bündnisgrünen haben sich zur Europawahl 2014 ein Plakat ausgedacht, das mich doch sehr zum Nachdenken gebracht hat. Da sind drei Personen, die lächeln dich freundlich an. Aber wie stehen sie denn da? Sie schauen sehr von oben. Sie schauen auf jemanden herab, der auf dem Boden von unten zu ihnen hinaufschaut. Aber in welcher Lage tut man das denn normalerweise? Wenn man gestürzt ist, zum Beispiel. Oder gar, wenn man zusammengeschlagen wurde. Oder wenn man im Alkoholrausch zu Boden gesunken ist, weil einen die Beine einfach nicht mehr tragen können. Ist das nun ein sehr angenehmes Gefühl, von anderen in einer solchen Lage angeblickt zu werden? Verstehen sich die Grünen vielleicht als Hilfe in der Not? Haben sie allein die Rezepte zur Heilung aller Miseren dieser Welt? Egal, in dieser Weise von oben angeblickt zu werden, beschämt. Aber ist wohl Scham dasjenige, was die Grünen mit ihren Wahlplakaten erreichen wollen? Wollten sie uns vielleicht noch etwas anderes sagen? Ich weiß es jedenfalls nicht.