Das Örtliche

Neulich ist wieder das Örtliche erschienen. Es ist gut, dass Telefonbücher noch kostenlos abgegeben werden, eine Zeitlang nach Beginn der Privatisierung des Telefonwesens hatte man ja den Eindruck, man müsse drum betteln. Aber inzwischen macht sich eine Unsitte breit: Die Vermischung der alphabetischen Ordnung der Telefonteilnehmer mit den bezahlten Anzeigen. Das war schon früher lästig, gerade beim Buchstaben K, weil dort, in der Mitte des Ganzen, die Kirchen sich breit machten. Bei G wie Gaststätten war es ähnlich, während man bei R wie Restaurants in die Röhre guckte oder allenfalls auf G wie Gaststätten verwiesen wurde. Inzwischen findet man Einträge unter A wie Ärzte, Altenheime, Apotheken, Autohäuser und denkt, gehört das nicht in die Gelben Seiten?… aber die Mitte des Verzeichnisses ist noch in anderer Weise aufgeschwemmt. Dort gibt es einen eigenen „Branchenratgeber von A-Z“, in dem sich u. a. wiederum Altenheime, Apotheken und Autohäuser finden – Ärzte gegen das Alphabet noch vor den Abbrucharbeiten (damit man beide nicht verwechselt, vermutlich), mit einem Hinweis auf die „Ärztetafel“ im „richtigen“ Alphabet. Kurz, es ist alles zu unserer Information getan, so dass wir daran geradezu ersticken.